Sonstiges    zurück

Politik

Beobachtet man derzeit die deutsche Politikszene kann man sich wundern. Kann es wirklich soviel Kurzsichtigkeit bei Leuten geben, die für sich in Anspruch nehmen die Geschicke des Volkes leiten und lenken zu wollen? Ist es deren wirklicher Wille, die Rahmenbedingungen für das gesellschaftliche Zusammenleben zu gestalten? Oder wird deren Handeln von Lobbyisten, Karrierestreben und Machtinteressen bestimmt?

In einem Artikel habe ich die Notwendigkeit einer neuen, anderen Herangehensweise an die Alltagsfragen der Politik begründet und ein Lösungsvorschlag gemacht. Wenn man den Artikel gelesen hat drängt sich eine neue Fragen auf: Ist der bürgerliche Parlamentarismus überhaupt in der Lage für eine weitsichtige, dem Volke dienende Politik?

Sozial ist, was Arbeit schafft?

Werbeunterbrechung

Es schwingt eine Matte mit Palmen am Strand
und vom Horizont wärmt das goldenen Band.
Die Brise umspielt ihr das wallende Haar
und streichelt die Haut, sie weiß nicht, wo sie war.
Das Murmeln der Brandung gesellt sich zur Ruh'.
Ein Mann wie Apollo der kommt auf sie zu.
Sie spürte die Spannung, da platzt ihr das Bild.
So schön war der Traum, doch der Wecker nun schrillt.

Der Morgen noch dunkel, es hilft nichts, na schön,
im Bad ist sie immer als Erste zu seh'n.
Zum Weg nach dort hin auf das Radio gedrückt.
Die Stimme darin klingt ein bisschen verrückt.
"Ihr Stuhlgang ist schleppend? Sie können's umgehen!
Dank Laxoberal wird es schneller geschehen."
Dann noch ein paar Tipps für das Säubern und Putzen,
für 's Haar, für 's Gesicht und Toilette benutzen.

Ein Blick in den Spiegel, nur wenig Kritik,
im Radio jetzt Nachrichten der Republik.
Ein Steuerbeschiss hat die Runde gemacht.
Gerade von dem? Wer hätt das nur gedacht!?
Ihr Mann ist schon auf und sein Ego verletzt.
Im Amt ist heut Training als wär es Gesetz.
Bewirb dich nur richtig und nie mehr verkehrt.
Der Trainer ein Macher, den jeder verehrt.

Sie schleicht zu den Kindern und nimmt sich die Zeit.
Gedanken verweilen, das Herz wird ihr weit.
"Der Traum ist zu Ende jetzt", flüstert sie leise.
Sie lächeln und kommen zurück von der Reise.
"Der Tag wird mit Freude und Spaß uns gelingen.
Es liegt an uns selbst, so wie wir ihn verbringen."
Sie ahnt was sich hinter den Worten verbirgt,
doch daran jetzt denken, wer eh' nichts bewirkt?

Zusammen jetzt alle beim Frühstück am Tisch.
Ein Ei, Marmelade und Toast nicht ganz frisch.
Im Radio die Stimme von Schulden berichtet,
von Banken und Länder und wer ist verpflichtet.
Ihr Mann dazu sagt: "Politik ist schon schwer."
Der Tochter reicht's Taschengeld lang schon nicht mehr.
Ihr Schuh dersei neuerdings modisch schon tot.
Sie schmiert ihr indes für die Pause das Brot.

"'ne Büchse zum Frühstück ist auch nicht mehr cool.
Der Kiosk hat alles gleich neben der Schul'.
Da gibt es Pom.-frites auch Mars und Fitsu."
Sie legt ihren Kindern zwei Äpfel dazu.
Sind sie mal ganz klamm, hilft die Bank Reibach-Frei,
mit wenigen Zinsen sie spar'n noch dabei!
Die Bank hilft ihr nicht, ob nun dort oder hier.
Für sie gilt das Zauberwort, es heißt Hartz 4.

Der Bub holt ein Spielzeug heraus aus dem Ranzen
und während sie spricht, schaut sie's an so im Ganzen.
"Fünf Euro die Woche, die reichen, ihr Lieben."
Am Preisschild steht vier neunundneunzig geschrieben
für 'n Stückchen aus Plastik, noch kleiner als Finger.
Sie fragt ihren Sohn: "Was sind das denn für Dinger?"
"Na Jedi, die kämpfen mit Klonkriegern schwer
und retten damit das Imperium ehr."

Imperium retten, sehr wichtig wird's sein,
im Spiel und auch so, ob in groß oder klein.
Mit Freiheit und Wohlstand die Welt froh beglücken.
Wir werden noch Truppen nach Afrika schicken.
Wenn's schief geht wie unlängst in Asien dort,
dann ziehen wir eben zum anderen Ort.
Die Tragik des Ganzen ist uns doch egal.
Der Schaden ist schließlich nur kollateral.

Sie tritt aus der Tür, geht vorbei an der Bar.
Der Wind ist heut' kräftig, zerzaust ihr das Haar.
Das Haarspray ist billiger heute, Gott lob.
Sogar noch in London, wenn's Wetter dort tobt.
Sie denkt an Drei-Wetter-Taft: 'Ist ja zum Lachen,
was soll ich in London denn jetzt da nur machen?'
Der letzte der Kunden die Bar nun verlässt.
Er taumelt zum Eck, übergibt sich vom Fest.

Erreicht wird die Bahn im beruflich Verkehr,
ein Herr, seriös, gibt den Sitzplatz ihr her.
Es ist ihr fast peinlich, passiert viel zu selten,
ein Hintergedanke, man könnt' es vergelten?
Vom Platz kann sie bestens den Monitor sehen.
Die Bilder voll Schnäppchen beim Einkaufengehen.
Wir sparen mit dem und wir sparen auch dort.
Von all dem Gesparten fahren wir fort.

Besonders sehr günstig ist, was man nicht braucht,
das macht uns sehr glücklich und füllt uns den Bauch.
Rabatte zum Abwinken - sechzig Prozent,
schön dumm wer da noch hinterm Ofen verpennt.
Wenn wir uns entscheiden gibt's das noch dazu.
Das kaufen heut alle und darum auch du!
Dazwischen 'ne Nachricht: "Das ist der Garaus!"
Sie wendet den Blick zu dem Fenster hinaus.

Im Winkel des Auges - bekanntes Gesicht.
Ein großes Plakat darauf Wählen ist Pflicht.
Für Zukunft und Deutschland und sehr freies Leben.
Der Zug fährt zu schnell, um zu Ende zu lesen.
Das nächste da ist schon viel besser zu sehen.
Die Botschaft sehr einfach, schnell kann man's verstehen:
In Glück 'ne Familie und Freude ganz viel.
Dazu noch Pakete mit der Aufschrift Persil.

Nun endlich nach Fahrt in das Center gelangt,
sagt Ihr die Kollegin, für Tratsch sehr bekannt:
"Du, gestern im Fernsehen, der war nicht schlau."
Verpasst nie die Sendung, denn Bauer sucht Frau.
Erzählt wird die Story man hört sie sich an.
Sie fragt sich, wer darüber lachen noch kann.
Zum Glück braucht sie das nicht sehr lange ertragen.
Ihr Job, der besteht nur aus Reden und Fragen.

Noch zwanzig Sekunden, der PC ist schon heiß.
Es geht bis um Zehn in der Pause kein Schweiß.
"Schön 'n Tag, Frau Sigliski, ach wussten Sie schon?
Im Angebot ist heute billiger Strom!"
Man kann es erahnen, der Job fällt ihr schwer.
Erlernter Beruf? Sie ist Bauingenieur.
Zehn Cent pro Vertrag legt die Firma zur Seite.
Millionen zu wenig, dann geht sie schnell pleite.

Zur Pause der Chef, ach, was der ihr erzählt:
"Es ist wohl die ehrliche Stimme, die fehlt."
Wie ehrlich verdienen, man soll es ihr sagen,
wenn Kunden für Strom noch viel weniger zahlen?
Man rechnet 's ihr vor, wer nur hätt es gedacht.
Viel lieber hätt sie eine Arbeit gemacht.
'ne richtige Arbeit, die gibt's wohl im Wald.
Die Leute bekommen hier Mindestlohn bald.

Die Norm ist geschafft und nun Schluss, wie bestellt.
Danach noch zum Amt, einen Antrag gestellt.
Behörden verteilen nur wenn etwas fehlt,
den Missbrauch verhindern wenn's irgendwie geht.
Die Schulden des Staates sind schon astronomisch
bei Banken, ach nein und auch das ist nicht komisch,
die werden ja selbst von dem Schuldner gerettet.
Man findet 's erstaunlich und ist wie geplättet.

Kredite für Wirtschaft, damit sie sich streckt.
Das Geld hat wohl jemand im Keller versteckt.
Ihr Handy jetzt klingelt, die Freundin ruft an:
"Ich brauch neuen Fummel, 'ne Marke muss ran.
Wie wär's, meine Liebe, mal wieder wir beide,
'ne richtige Shoppingtour, extra Geschmeide?
Wie in alten Zeiten?" Ach, nichts ist so hart,
'ne Freundin verlieren auf so blöde Art?

Ihr Shopping der findet im Supermarkt statt,
die Frage, wie kriegt sie die Kinder noch satt.
Der Werbung, hier drinnen muss sie widerstehen,
das kann auch schon mal in die Hose dann gehen.
Ihr Blick ist geschult, braucht nur eine Sekunde.
Da gibt's Chappi-flüssig für zahnlose Hunde.
Wieso nimmt sie jetzt diese Dose zur Hand?
Das Preisschild daneben setzt aus den Verstand.

Die Wäsche, der Haushalt, die Kinder und mehr,
ihr Gatte macht mit, das spart Zeit ungefähr.
Am Abend bei Tisch der Familienrat tagt.
Wohin in dem Urlaub und jeder sich fragt:
Die Reise so weit wie das Portemonnaie dick?
Wir fahren wohl wieder nach Hohenschönrück.
Besuchen dabei noch die Oma im Heim.
So halten wir uns das Gewissen schön rein.

Das Fernsehprogramm ist heut Abend sehr mau.
Man schätzt Unterhaltung, die macht zwar nicht schlau,
doch kann man ja schalten, wohin man auch will.
Da ist eine Talkshow, der Finger bleibt still.
Ein grausiges Schicksal, das wurde bekannt:
In Thailand sind Näherinnen verbrannt.
Der Herr von dem Handel der hat was zu sagen:
"Verbraucher, die wollen ganz wenig bezahlen."

Ach so also ist es, man hat sich gedacht:
Verbraucher missbrauchen sogar ihre Macht.
Sie starrt auf die Scheibe und fragt in sich rein:
Der böse Verbraucher, wer mag das nur sein?
Politiker in dieser Runde sehr weise,
sie nicken das ab und geh'n dann auf die Reise.
Die Lider sind schwer sie wird Schlafen nun gehen.
Vielleicht kriegt sie dann noch Apollo zu sehen.

Wolfgang Werth

Musik, die ich gern höre:

Gedanken einer Kanzlerin

Wie kann ich es dem Volk verkaufen,
dass Russland Feind jetzt wieder ist.
Mein Freund Obama will weit laufen
nach Osten für mehr Macht gewiss.

Gehorsamkeit für Kampfbegleiter
das ist des Kanzlers Recht und Pflicht.
Ukrainer sind die Wegbereiter.
Das Volk so dumm, bemerkt es nicht.

Zuerst die Zweifler schnell erschlagen.
Die Krim verletzt das Völkerrecht.
Das Volk der Krim darf man nicht fragen.
Das geht zu weit und ist zu schlecht.

Die Presse noch schön gleich geschaltet.
Die blasen in das selbe Horn.
Das Unrecht Putin jetzt verwaltet.
Wir wiederholen es von vorn.

Sanktionen hab' ich leicht begonnen,
sonst ist das Gas gleich gänzlich weg.
Vom hinterm Teich wir Hilfe kommen
mit Flüssiggas im Schiff kein Leck.

Oh Kanzlerin du bist nicht weise,
dein Plan dazu noch sehr brutal.
Du bist im falschen Freundeskreise.
Europas Haus geht bis Ural.

Wolfgang Werth

Der verbotene Marsch
nach Thälmannkolonne

In die Stiefel, blaset die Posaunen.
Wir erfüllen wieder unsre Pflicht.
Über Deutschland wird die Welt noch staunen.
Abseits von den Mächten steh'n wir nicht.

Die Heimat ist fern,
doch wir folgen gern.
Wir kämpfen gehorsam für dich,
Kriegskonzern.

Afrikaner haben uns gerufen,
um zu helfen ihnen in der Not.
Unsre Feinde werden uns verfluchen,
denn wir helfen nur mit Blei und Schrot.

Die Heimat ist fern,
doch wir folgen gern.
Wir kämpfen gehorsam für dich,
Kriegskonzern.

Mit dem Mut und Willen eines Siegers,
vorwärts Marsch Profit ist unser Lohn.
Für die Welt im Mythos eines Kriegers,
für die Zweifler bleibt nur Spot und Hohn.

Die Heimat ist fern,
doch wir folgen gern.
Wir kämpfen gehorsam für dich,
Kriegskonzern.

Wolfgang Werth


Die real existierende Pflanze

Ich wollt eine Pflanze, an der man sich freut.
Zur Suche hab ich keine Mühen gescheut.
Ein bärtiger Weiser der sagte zu mir:
"Ich hab einen Samen, den gebe ich dir".

Ich griff sogleich zu und bedankte mich nicht.
Er rief mir noch nach, etwas ärgerlich:
Das Gesetz der Botanik das soll ich beachten.
Ja, ja ich verteh' und die Geister, sie lachten.

Das Beet schnell bereitet, den Samen hinein.
Viel Bangen und Hoffen so sollt' es wohl sein.
Tatsächlich ein Keimling, er wuchs schnell heran.
Mit Blatt, Stiel und Blüte zugutegetan.

Feuchte ward nötig, ich wusste schon wie,
doch Wasser so knapp wie Demokratie.
Ich wollte sie formen nach meinem Geschmack.
Die seitlichen Triebe, die hab ich gekappt.